Selbstständige haben keine automatische Rentenversicherung. Wer frühzeitig vorsorgt, sichert seinen Lebensstandard im Alter. Wir zeigen Ihre Optionen.
Die Rentenlücke für Selbstständige
Während Angestellte automatisch in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sind die meisten Selbstständigen von dieser Pflicht befreit. Das klingt nach einem Vorteil, ist aber auch ein Risiko: Wer nicht privat vorsorgt, hat im Alter unter Umständen sehr wenig.
Laut Statistiken ist die Altersarmut unter Selbstständigen deutlich höher als bei Angestellten. Umso wichtiger ist es, frühzeitig und kontinuierlich Rücklagen zu bilden.
Rentenversicherungspflicht für bestimmte Selbstständige
Einige selbstständige Berufsgruppen sind gesetzlich rentenversicherungspflichtig. Dazu gehören u. a. Handwerker, Hausgewerbetreibende, Hebammen, Künstler und Publizisten (über die Künstlersozialkasse) sowie Lehrer und Erzieher.
Prüfen Sie, ob Sie unter diese Pflicht fallen. Wenn ja, zahlen Sie Beiträge in die Deutsche Rentenversicherung ein und erwerben entsprechende Rentenansprüche.
Die Basisrente (Rürup-Rente)
Die Rürup-Rente ist speziell für Selbstständige konzipiert und bietet attraktive Steuervorteile: Beiträge sind bis zu einem Höchstbetrag (2024: 27.566 € für Alleinstehende) als Sonderausgaben absetzbar. Im Jahr 2025 sind 100 % der Beiträge steuerlich abziehbar.
Der Nachteil: Das angesparte Kapital kann nicht vorzeitig ausgezahlt werden und ist nicht vererbbar. Die Rürup-Rente eignet sich daher besonders für Gutverdiener, die ihre Steuerlast senken möchten.
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Klassische oder fondsgebundene Rentenversicherungen bieten mehr Flexibilität als die Rürup-Rente. Sie können Beiträge anpassen, aussetzen oder das Kapital im Todesfall an Erben weitergeben. Die steuerliche Förderung ist jedoch geringer.
Fondsgebundene Rentenversicherungen bieten langfristig höhere Renditechancen, haben aber auch ein höheres Risiko. ETF-Rentenversicherungen kombinieren die steuerlichen Vorteile einer Rentenversicherung mit den Renditeerwartungen von Aktien-ETFs.
ETF-Sparplan und Kapitalmarktinvestments
Neben Versicherungslösungen sind Investitionen am Kapitalmarkt – insbesondere breit gestreute ETF-Sparpläne – eine populäre Alternative. Sie bieten maximale Flexibilität, niedrige Kosten und langfristig attraktive Renditen. Der Nachteil: keine steuerliche Förderung (außer beim Altersvorsorgedepot ab 2026).
- Hohe Flexibilität (jederzeit entnahmefähig)
- Niedrige laufende Kosten
- Gute langfristige Renditeerwartungen (historisch ca. 7–9 % p. a.)
- Kein Garantieschutz wie bei Versicherungen
Empfehlung: Diversifizieren Sie Ihre Vorsorge
Experten empfehlen Selbstständigen, die Altersvorsorge auf mehrere Säulen zu verteilen: z. B. Rürup-Rente für die steuerliche Förderung, ETF-Sparplan für Flexibilität und eine Immobilie für Sicherheit. So vermeiden Sie eine zu starke Abhängigkeit von einem einzigen Produkt.
Lassen Sie sich von einem unabhängigen Finanz- oder Rentenberater (kein Provisionsberater!) individuell beraten, um die optimale Strategie für Ihre Situation zu entwickeln.
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