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Restaurant gründen

Ein Restaurant zu gründen erfordert sorgfältige Planung, mehrere behördliche Genehmigungen und ausreichend Kapital. Wir zeigen Ihnen alle wichtigen Schritte.

Konzept und Standort: Die Basis jedes Restaurants

Bevor Sie sich um Genehmigungen und Finanzen kümmern, steht das Konzept: Welche Küche möchten Sie anbieten? Wen sprechen Sie an – Businesslunch-Gäste, Familien, Abendgäste? Wie hoch ist das geplante Preisniveau? Ein klares Konzept erleichtert alle weiteren Entscheidungen von der Standortwahl bis zur Innenausstattung.

Der Standort ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Fußgängerfrequenz, Parkplatzsituation, Nähe zu Büros oder Wohngebieten und Sichtbarkeit beeinflussen direkt Ihren Umsatz. Prüfen Sie die Wettbewerbssituation: Wie viele ähnliche Restaurants gibt es in der Umgebung, und wie heben Sie sich ab?

Behördliche Genehmigungen im Überblick

Die Gastronomie ist einer der am stärksten regulierten Gewerbezweige. Planen Sie ausreichend Zeit für die Beantragung aller Genehmigungen ein – mehrere Monate sind keine Seltenheit.

  • Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt
  • Gaststättenerlaubnis (in Bayern nach Art. 2 GastG Bayern)
  • Lebensmittelhygieneschulung nach VO (EG) Nr. 852/2004 für alle Mitarbeiter
  • Anmeldung beim Gesundheitsamt (Hygienekonzept und Betriebsstättenbegehung)
  • Baugenehmigung oder Nutzungsänderung (falls Umbau geplant)
  • Ggf. Terrassengenehmigung und Außenbestuhlung beim Stadtplanungsamt
  • GEMA-Anmeldung bei Musikbeschallung
  • Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN)

Gründungsschritte Schritt für Schritt

So gehen Sie strukturiert vor:

  • 1. Businessplan erstellen (Konzept, Standortanalyse, Finanzplan)
  • 2. Geeignete Räumlichkeiten suchen und Mietvertrag verhandeln
  • 3. Alle behördlichen Genehmigungen beantragen (frühzeitig!)
  • 4. Rechtsform wählen (GmbH oder Einzelunternehmen)
  • 5. Finanzierung sichern (Eigenkapital, Bankdarlehen, Fördermittel)
  • 6. Umbau und Ausstattung der Räumlichkeiten
  • 7. Personal einstellen und einarbeiten
  • 8. Lieferanten für Lebensmittel und Getränke vertraglich binden
  • 9. Marketingmaßnahmen zur Eröffnung planen
  • 10. Probeläufe und Soft Opening vor der offiziellen Eröffnung

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Investitionskosten und Finanzierung

Die Gründungskosten eines Restaurants sind erheblich. Je nach Lage, Größe und Ausstattungsstandard sollten Sie mit folgenden Positionen rechnen:

  • Mietkaution und erste Mietzahlungen: 3–6 Monatsmieten
  • Küchenausstattung (gewerbliche Geräte): 20.000–80.000 €
  • Innenausbau, Möbel und Dekoration: 15.000–60.000 €
  • Kassensystem und POS-Software: 1.000–5.000 €
  • Betriebsmittelreserve (3–6 Monate): je nach Größe 15.000–50.000 €
  • Marketingkosten zur Eröffnung: 2.000–10.000 €
  • Behördliche Genehmigungen und Beratungskosten: 1.000–5.000 €

Wichtige Versicherungen für Gastronomen

Im Restaurantbetrieb lauern zahlreiche Risiken – von einem Gast, der auf nassem Boden ausrutscht, bis hin zum Küchenbrand. Die richtigen Versicherungen schützen Ihre Existenz.

  • Betriebshaftpflichtversicherung (Pflichtbasis für jeden Gastronomen)
  • Inhaltsversicherung (Inventar, Maschinen, Waren)
  • Betriebsunterbrechungsversicherung
  • Glasversicherung
  • Kühlgutversicherung (bei großen Kühlbeständen)
  • Rechtsschutzversicherung

Personal, HACCP und Hygienestandards

Alle Mitarbeiter, die mit Lebensmitteln umgehen, müssen vor Aufnahme der Tätigkeit eine Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz (IfSG) nachweisen. Außerdem ist ein HACCP-Konzept (Hazard Analysis Critical Control Points) Pflicht: Es dokumentiert, wie Sie Lebensmittelsicherheit in Ihrem Betrieb gewährleisten.

Das Gesundheitsamt führt regelmäßige und unangemeldete Kontrollen durch. Mängel können zur Schließung führen. Etablieren Sie daher von Anfang an klare Reinigungs- und Hygieneprotokolle.

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